HEGE HOHENFELS e.K.

 

Geschichte (Chronik)

 


GeschäftsübergabeHohenfels - Begonnen hat die Firmengeschichte vor genau 35 Jahren. Damals war Liggersdorf noch eine eigene Gemeinde, die Zusammenlegung zur Gemeinde Hohenfels noch Zukunftsmusik. Alfons Hege war damals als Waldarbeiter bei der Gemeinde angestellt. Diese suchte einen Busfahrer für die Schulkinder und Alfons und Else Hege wagten den Sprung in die Selbstständigkeit. “Mit einem 14-sitzigen Mercedes-Bus”, erinnert sich die Firmenchefin.

Kleinere Vereinsausflüge kamen hinzu, das Geschäft mit den Busfahrten startete Erfolg versprechend. Schon nach vier Jahren kam ein zweiter Bus hinzu. Die Kreisreform wirbelte die Dörfer neu zusammen und Hauptschüler aus dem Raum Hohenfels mussten nun nach Zoznegg gefahren werden. Nach weiteren vier Jahren stand dann schon der dritte Bus vor dem Aussiedlerhof zwischen Liggersdorf und Mindersdorf, wo Heges leben und ihre Busgarage haben.

Dies war eine gute Zeit fürs Busgeschäft. Die Vereine und Gruppen reisten oft und gerne mit Chauffeur auf Ausflugstour durch die Lande. “In ganz Europa kamen wir herum”, berichtet Alfons Hege. Die weiteste Tour führte ihn über den Landweg bis nach Griechenland, 2500 Kilometer weit. Alfons Hege war Gründungsmitglied der “Hohenfelser Musikanten” und hatte von dieser Tanzmusik her viele Kontakte, die ihm auch im Busgeschäft nutzten.

Allerhand haben Heges in diesen 35 Jahren erlebt. Ungezählte nette Ausflüge mit gutgelaunten Menschen, so manche kuriose Geschichte durchlebt, über die es heute nur noch zu schmunzeln gilt. Auch brenzlige Situationen waren dabei, als ihre Reisegruppen bei Zollkontrollen plötzlich vergaßen, dass sie Schmuggelware dabei hatten. Etwa Musikinstrumente aus Osteuropa oder Krimsekt. Der gehörte dann bei der Kontrolle auf einmal dem Fahrer. “Wem auch sonst?” lacht Alfons Hege heute darüber. Sein liebstes Reiseziel ist Südtirol. Dort kennt er nach vielen Touren längst jeden Berggipfel mit Namen. Und wo ihn keine zehn Pferde mehr hinbringen ist Rom. Die ewige Stadt kann ihm ewig gestohlen bleiben. Viel zu chaotische Verkehrsregelungen nervten ihn dort, das müsse man sich nicht antun. Vor gut 20 Jahren fing Tochter Monika Stocker als Aushilfsfahrerin bei ihren Eltern an. Sie war damals noch so jung, dass sie eine Ausnahmegenehmigung für die Personenbeförderung brauchte. Sie arbeitete damals noch in einem Nenzinger Friseursalon. In den Mittagspausen kurvte sie statt Mittag zu essen nicht selten heim nach Liggersdorf, um einen Linienbus mit Schülern heim zu fahren. Wochentags fährt der “Hege-Bus” im Schnitt täglich rund 280 Kilometer Linienverkehr. Dies ist das wichtigste Standbein des Unternehmens. Hinzu kommen pro Jahr rund 150 Ausflugsfahrten. Da sind dann alle eingespannt: Seniorchef Alfons und seine Gattin Else, Tochter Monika und deren Mann, der ebenfalls Alfons heißt.

Die beiden Firmengründer wollen nun kürzer treten. Die Zahl der Busse wurde auf zwei reduziert. Else (67) und Alfons (68) Hege fahren aktuell zwar weiterhin wie gewohnt, wollen aber allmählich das Geschäft an ihre Tochter (45) übertragen, die es seit wenigen Tagen offiziell führt. Leicht hat sie es dabei nicht. Das Busgeschäft ist härter geworden. “Früher waren die Reisegruppen 50 Teilnehmer stark. Heute sind es oft nur noch 25 Leute, die mitfahren”, weiß Alfons Hege. Die Jüngeren würden auch lieber fliegen, was ihn allerdings völlig abschreckt. Er ist noch nie im Leben geflogen und wird es wohl auch nicht. Wozu auch? Wer Hunderttausende Kilometer mit dem eigenen Bus zurücklegt, braucht keinen anderen Transporteur.

Stolz können Heges auf etwas sein, was sie im Gespräch nur ganz zufällig und beiläufig erwähnen: Die genannten 3,617 Millionen Kilometer haben sie in den 35 Jahren völlig unfallfrei zurückgelegt. Mal ein kleiner Kratzer vielleicht, aber kein Zusammenstoß, an dem sie Schuld waren.

(Zeitungsartikel: Südkurier vom Samstag, 16. April 2005)

Zeitungsartikel zum 25. jährigen Jubiläum (Südkurier 13.12.1995)

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